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Ratgeber · Kaufberatung
Bei fast jedem Hockerkauf kommt dieselbe Frage: mit oder ohne Lehne? Sie lässt sich nicht allgemein beantworten, wohl aber mit zwei Angaben, die du selbst kennst: wie lange du am Stück sitzt und wie oft du aufstehst.
Dazu kommt ein Punkt, der oft übersehen wird: Lehne ist nicht gleich Lehne. Es gibt drei sehr unterschiedliche Bauformen.
Drei Arten von Rückenunterstützung
- Kleine Lordosenstütze: stützt punktuell den unteren Rücken, lässt den Oberkörper völlig frei
- Rückenbügel: schmaler Bügel als Anlehnpunkt für kurze Pausen, kaum im Weg
- Volle Lehne: Unterstützung bis in den mittleren Rücken, am nächsten am Bürostuhl
Für die meisten Arbeitsplätze ist die kleine Lordosenstütze der beste Kompromiss: Sie gibt Halt genau dort, wo die Belastung entsteht, ohne dich beim Drehen oder Vorbeugen einzuschränken.
Wann eine Lehne hilft
Eine Lehne lohnt sich, wenn du längere Blöcke am selben Platz sitzt, ohne zwischendurch aufzustehen. Sie gibt dir die Möglichkeit, dich für ein paar Minuten anzulehnen und die Rumpfmuskulatur bewusst zu entspannen, ohne die Arbeit zu unterbrechen.
Auch beim Umstieg von einem Bürostuhl ist eine Stütze angenehm. Sie macht die Umgewöhnung leichter, weil du nicht sofort den ganzen Tag frei sitzen musst.
Wann eine Lehne stört
Steigst du sehr häufig auf und ab, wird jede Lehne zum Hindernis, weil du nicht mehr von hinten oder seitlich aufsteigen kannst. Dasselbe gilt, wenn du dich viel drehst oder in beengten Bereichen arbeitest, wo die Lehne an Möbeln oder Geräten anstößt.
Ein dritter Fall: Arbeitest du hauptsächlich nach vorne gebeugt, berührst du die Lehne ohnehin nie. Dann zahlst du für ein Bauteil, das nur Platz kostet.
Die Faustregel nach Sitzdauer
Zwei Dinge, die du zusätzlich prüfst
Erstens die Verstellbarkeit: Eine Lehne, deren Höhe sich nicht anpassen lässt, sitzt bei kleineren Personen zu hoch und drückt gegen die Schulterblätter statt gegen den unteren Rücken. Zweitens die Standfestigkeit: Bei einem Modell mit Lehne verlagert sich beim Anlehnen Gewicht nach hinten, dafür braucht der Hocker ein ausreichend breites Fußkreuz.
Bei einem Arbeitshocker mit Rollen ist dieser Punkt besonders wichtig, weil er sich beim Anlehnen zusätzlich bewegen kann.
Das Wichtigste in einem Satz
Je länger deine Sitzblöcke, desto eher lohnt sich ein Hocker mit Lehne. Je öfter du aufstehst, desto klarer spricht alles für ein Modell ohne.
Fazit
Entscheide nach Sitzdauer, nicht nach Gefühl. Für die meisten Arbeitsplätze reicht eine kleine Lordosenstütze, die Halt gibt und trotzdem Bewegungsfreiheit lässt. Achte darauf, dass sie sich in der Höhe anpassen lässt.
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